Der Fluss Taravu bewegt sich inmitten eines Mosaiks aus natürlichen Wäldern und Buschland und extensiv bewirtschafteten Gebieten. Der größte Teil des Flusslaufs wird von Wäldern und Buschland dominiert, deren Variabilität die natürliche Abstufung der Vegetation von der subalpinen bis zur thermo-mediterranen Stufe widerspiegelt. Nur die Schwemmebene, die den untersten Teil bildet, wird weitgehend von beweideten Wiesen eingenommen. Einige Weinbauparzellen und seltene Bereiche mit Gärten und/oder für Wohnzwecke angelegten Flächen vervollständigen dieses Mosaik, ohne jedoch eine bedeutende Fläche einzunehmen. Insgesamt ergibt sich eine Landschaft mit einem relativ homogenen Relief, das regelmäßig von erosionsresistenteren Granitabschnitten durchsetzt ist, die an den Hängen Felsvorsprünge und im Flusslauf Schluchtabschnitte bilden. Diese unterschiedlichen Umweltbedingungen definieren kontrastreiche Abschnitte hinsichtlich ihrer physischen (Hydrodynamik, Sedimentregime…) und biologischen (Art des Ufergehölzes, ökologisches Potenzial…) Merkmale.
Der gesamte Taravu (mit Ausnahme des Mündungsbereichs) ist für die Entwicklung der Forelle günstig: In diesem Sinne weist der Taravu die Merkmale eines Wasserlaufs der ersten Kategorie für Fische auf. Außerdem ist das Angeln in mehreren Nebenflüssen des Taravu strengstens verboten, um die Makrostigma-Forelle, das Wahrzeichen Korsikas, zu schützen.
Das Einzugsgebiet des Taravu umfasst oder überschneidet verschiedene Gebiete, die durch eine große Vielfalt an Naturräumen mit hohem Umweltwert gekennzeichnet sind, nämlich sechs * ZNIEFF Typ I, fünf * ZNIEFF II und fünf Natura 2000-Standorte( * Zones naturelles d’intérêt écologique, faunistique et floristique ).
Der Naturpark Korsikas erstreckt sich über ca. 20.500 Hektar (ca. 6 % der Gesamtfläche des PNRC) und umfasst 11 Gemeinden im oberen und mittleren Taravu. Daher gedeiht eine große Anzahl an Pflanzen- und Tierarten im Einzugsgebiet. Dabei handelt es sich sowohl um Pflanzen als auch um Bäume und Sträucher, Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und Säugetiere. Viele Arten sind übrigens endemisch, selten, geschützt und oft auch alle drei gleichzeitig!
Außerdem trägt der Taravu-Fluss seit 2017 das von einem wissenschaftlichen Komitee vergebene Label „Sites Rivières Sauvages“, das den geschützten und ausgeglichenen Charakter dieses Tals belegt.