Beschreibung
„Die Verwirrten im Flieder“, das einzige Theaterstück der argentinischen Dichterin Alejandra Pizarnik, ist eine erstaunliche Parodie auf Becketts „Endspiel“, ein wegweisendes Werk des absurden Theaters.
Die „Verwirrten“ sind hier Sigismonde und Carol, Macho und Futérine: zwei Figurenpaare, die in einem Niemandsland gefangen sind, das ebenso sehr an einen Schulhof wie an ein verlassenes Theater erinnert. Durch ihre Dialoge vermittelt uns Pizarnik ihre Ängste vor dem Vergehen der Zeit, vor der Einsamkeit, vor dem Schaffen und vor der Schwierigkeit, Frau und Künstlerin zu sein. Doch vor allem hat die Dichterin Spaß daran!
Die Extreme, die ihr Schreiben durchziehen – von der zügellosesten Burleske bis zur nacktesten Poesie – bieten einer jungen Theatergruppe einen großartigen Spielraum, um ein großzügiges Theater zu präsentieren, das mit gleicher Intensität sowohl die intimsten Wortschwall als auch die derbsten Gags verteidigt. Der existenzielle Schwindel, der das Stück durchzieht, findet tiefen Widerhall in den Fragen einer neuen Generation, die ihrerseits mit der Gefahr der Zerstörung und dem Wunsch nach Emanzipation konfrontiert ist.
Die Inszenierung ist Teil einer Bewegung zur Wiederentdeckung eines bedeutenden Werks der lateinamerikanischen Literatur, die durch die Veröffentlichung der gesammelten Werke von Pizarnik und ihrer Tagebücher in neuen Übersetzungen durch den Verlag Ypsilon.éditeur im Laufe der letzten zehn Jahre ermöglicht wurde. Das Publikum des Olmu-Festivals kommt somit in den Genuss einer Uraufführung: der ersten Aufführung dieses seltenen, mitreißenden und glühenden Werks in französischer Sprache.
Besetzung
Text: von Alejandra Pizarnik
Übersetzung: Étienne Dobenesque, Ypsilon.éditeur, 2024
Inszenierung: Milena Mc Closkey
Dramaturgische Assistenz und Schauspielleitung: Emilia Fullana Lavatelli
Mit: Kévin Blanchard, Santiago Montequín, Thomas Nolet und Fanny Poey-Lafrance
Bühnenbild: Maoh Guillaume
Kostümdesign: Paloma Donnini
Tongestaltung und Tonregie: Owen Moran
